Seemeile, Knoten, Fahrt

Knoten

Handlog

Diese Tradition reicht bis in 17. Jahrhundert zurück. Um das Tempo ihrer Schiffe zu ermitteln, warfen die Seeleute einen Holzscheit in die See, an dem eine Leine befestigt war. Jeweils sieben Meter waren mit einem Knoten markiert. Der Seemann zählte nun, wie viele Knoten ihm durch die Hand glitten, während die Sanduhr ablief.

Üblicherweise rieselte die Uhr 14 Sekunden lang. Bei zwei gefühlten Knoten fuhr das Schiff also zwei Knoten schnell – was zwei Seemeilen und etwa 3,6 Kilometern pro Stunde entspricht. Dies wurde im so genannten Logbuch festgehalten, was übrigens auch eng mit dieser Tempomessung verbunden ist. Denn der Holzscheit heißt im Englischen „log“, daraus enstand unser Bezwichnung für die Geschwindikeitsmessung am Schiffsrumpf als Logge.

Um eine halbwegs brauchbare Durchschnittsgeschwindigkeit ermitteln zu können, wiederholten die Seeleute die Messung einmal pro Stunde. Ungenau war das Ergebnis trotzdem – denn die Eigenbewegungen des Wassers wurden irgendwie abgeschätzt und abgezogen oder dazu gezählt.

In der Seefahrt misst der Kapitän noch heute, also auch der Freizeitkapitän die Geschwindigkeit seines Bootes in Knoten, aber nicht nur die Methoden auch die Dimensionen wurden präzieser.

Seemeile

6 Seemeilen gleich 6 Bogenminuten
auf der Seekarte, gleich 11,112 km

Die in der internationalen Schifffahrt, Luftfahrt und in der Meteorologie heute gebräuchliche Einheit für eine Länge ist die Nautische Meile. Abkürzung: NM, nm (im Deutschen auch sm). Sie entspricht 1852 Meter und leitet sich vom Großkreis ab. Ein Großkreis ist ein größtmöglicher Kreis auf einer Kugeloberfläche. Die Großkreise der Erde sind der Äquator (Durchmesser 40.075,017m) und die Längengerade(Durchmesser 40.009,15m), sie teilen die Erde in zwei gleich göße Teile und der Schnitt geht dabei immer durch den Mittelpunkt. Die Nautische Meile wird bestimmt durch die 360 Längengerade am Äquator und sind dort die Entferung einer Bogenminute (60 / Längengrad). Bei der Berechnung wurde der Erdurchmesser auf 40.000.000 m festgelegt und dann auf 1852 m in der internationalen Norm EN ISO 80000 gerundet.

Fahrt durchs Wasser

Unsere eingebaute Loggen die meistens unter Wasser in einen Borddurchlass eingeklebt werden, messen die Fahrt durchs Wasser. Sprechen wir bei unserer Bootsgeschwindigkeit von 5 Knoten so messen wir mit unserer Logge die Fahrt durchs Wasser in Kursrichtung. Dabei legt das Schiff 5 nautische Meilen durch das Wasser in einer Stunde zurück.

Bild von Thomas Wolter auf Pixabay

Umgerechnet in Km/h entsprechen also 5sm/h * 1,852Km/sm = 9,26 Km/h oder einfacher und nicht ganz so mathematisch korrekt multipliezieren wir die 5 Knoten einfach mit 1,852 und erhalten die Geschwindigkeit in Km/h. Wichtig beim Befahren in Kanälen in der Binnenschifffahrt mit eingeschränkter Geschwindigkeit, die in der Regel in Km/h angegeben sind. Hier wird nun umgekehrt gerechnet und dürfen wir 10Km/h fahren, dann sind das 10Km/h / 1,852 Kn/Km = 5,4kn/h. Wenn euch also auf der Kanalstraße ein Polizeifahrzeug überholt und freundlich grüßt, dann solltet Ihr eure Fahrt durchs Wasser genau ausrechnen und die Geschwindigkeitsbegrenzung einhalten. Das gilt besonders wenn auf der Autotür Wasserschutz steht.

Fahrt über Grund

Wir wollen aber nicht nur durch das Wasser fahren, sondern wir wollen eine Strecke von A nach B zurücklegen. Gehindert wird ein Schiff und eben auch ein Sportboot dabei von Strömungen aus allen Richtungen und ganz besonders in Tidengebieten. Aber auch in der Ostsee gibt es Strömungen, die alledings nicht so regelmässig und im Vorraus berechenbar sind wie im Tidengewässer der Nordee. Wie wir diese Fahrt über Grund berechnen können und wo wir die Strömungdaten finden, lest Ihr bald im nächsten Beitrag zur Navigation.

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